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May 8, 2024 10:02:07 AM

 

 

Das „Greensheet“ ist der monatliche Marktbericht von Fusion Worldwide. Er informiert über die wichtigsten Entwicklungen in den Lieferketten für ICs, CPUs und Hardwareprodukte. Hier sind einige der wichtigsten Erkenntnisse aus unserem letzten Bericht: 

  • Das Erdbeben in Taiwan hat die Produktion von Speicherprodukten kurzzeitig gestört. Inzwischen wurden die Produktion jedoch wieder aufgenommen und die Preise für das 2. Quartal sind jetzt verfügbar. 
  • Die Lieferzeiten auf dem Hardwaremarkt sind länger geworden. Dies veranlasst die Kunden dazu, sich bei alternativen Quellen nach günstigere Möglichkeiten umzusehen. 
  • Upgrades und Umstellungen auf neuere Serien bestimmen die Nachfrage Entwicklung bei CPUs, da die Kunden günstigere Preise suchen. 
  • Neue Serien und PCNs lösen Veränderungen und eine Nachfragewelle bei ICs aus. 

Die Lieferkette für elektronische Komponenten wurde im vergangenen Monat erheblich gestört, was zu unvorhergesehenen Nachfrageschwankungen führte. Diese Störungen, in Verbindung mit den anhaltenden Preisschwankungen im Jahr 2024, können zu  uneinheitlichen Produktverfügbarkeit im kommenden Quartal führen. 

Erfahren Sie mehr über das Marktgeschehen im nachfolgenden vollständigen Bericht.  

 

 

Speciherprodukte 

Erdbeben in Taiwan stört den Speichermarkt 

Am 3. April 2024 führte ein Erdbeben der Stärke 7,2 zu einer vorübergehenden Unterbrechung der Produktion bei zahlreichen Herstellern in Taiwan. Diese Situation hat zu einem Engpass bei kleineren Lieferanten geführt, da die Händler bereits Lagerbestände für größere Kunden vorhielten. 

Das Erdbeben wirkte sich erheblich auf die Lieferkette für Speicherprodukte aus, da die Preise bereits zu Beginn des neuen Quartals schwankten. Es wird erwartet, dass die Preise für DDR4 um 20 % steigen werden, während die DDR5 mit höherer Kapazität um bis zu 17 % teurer werden dürften. Die Marktpreise schwanken fast täglich, was es schwierig macht, Kosteneinsparungen zu realisieren. Die Nachfrage konzentriert sich in erster Linie auf die DDR5 mit 32 und 64 GB, während die Nachfrage nach DDR4 leicht zurückgegangen ist. 

 

Micron mit starken Preisschwankungen nach dem Erdbeben in Taiwan 

Micron gehörte zu den Herstellern, die von dem Erdbeben in Taiwan erheblich betroffen waren undvorübergehend wurden keine Preise bekanntgegeben. Seitdem Preise wieder verfügbar sind, sind die Kosten für LPDDR4 und DDR4 um bis zu 20 % gestiegen. LPPDR5 und DDR5 sind um etwa 25 % teurer geworden.  

Die Kunden erwarteten bereits einen Preisanstieg, bevor das Erdbeben die Produktion unterbrochen hatte, da die Nachfrage nach Speicherkomponenten zuvor konstant war. Die Lieferzeiten haben sich kaum verändert und liegen für Artikel mit konstanter Nachfrage immer noch bei sechs bis acht Wochen. Die Lieferzeiten nehmen bei steigender Nachfrage zu, und Berichten zufolge liegen die Lieferzeiten in diesen Fällen bei über 12 Wochen (etwa 3 Monate). 

 

 

Hardware 

Preise für SSDs steigen bei Samsung und Solidigm um 10 bis 30 % 

Der SSD-Markt verzeichnet weiterhin Preissteigerungen, die vor allem auf die steigenden Preise für NAND-Flash zurückzuführen sind. Das Erdbeben in Taiwan hat die Lage weiter verkompliziert, die Lieferkette verunsichert und die Anbieter dazu veranlasst, Preise und Lieferungen vorübergehend auszusetzen. 

Jetzt, da die Hersteller die Auswirkungen auf ihre Anlagen vollständig abgeschätzt haben, werden wieder Preise bekanntgegeben. Sie sind – wie vor dem Erdbeben schon erwartet – gestiegen. 

Die Preise für Solidigm SSDs sind im April um 10 % gestiegen. Marktberichte deuten darauf hin, dass die Preise im Mai weiter steigen werden. Ausgehend von vorläufigen Marktinformationen von Händlern werden die Preise für Samsung SSDs um 20 bis 30 % steigen. 

 

HDD-Markt kämpft mit knappem Angebot und immer längeren Lieferzeiten 

Die Nachfrage nach HDDs stieg im April an, da die Anbieter mehr Bestellungen für Festplatten mit hoher Kapazität (10 TB und mehr) verzeichneten, wobei sich der Anstieg auf die chinesischen Märkte konzentrierte. Diese Entwicklung drängte die Kunden auf den Markt, um sich günstigere Preise für HDDs zu sichern. Jetzt, da das Überangebot auf dem Markt erschöpft ist, sind die Kunden zu den Vertriebskanälen zurückgekehrt, um ihre Bestände an die kommende Nachfrage anzupassen. In der Folge haben Seagate und Western Digital die Preise für Festplatten um 5 bis 10 % erhöht. 

Das Angebot an SAS-Festplatten (12 bis 18 TB) bleibt knapp, da die Hersteller zuerst die bestehenden Bestellungen von Tier-One-Kunden erfüllen. Diese Engpässe – in Verbindung mit längeren Lieferzeiten und steigenden Preisen – dürften für die Endverbraucher zu einer Herausforderung werden. Die zusätzliche Belastung durch die eingeschränkten Produktionskapazitäten bei großen Herstellern wie Seagate dürfte die Versorgungsprobleme bei Datenträgern mit hoher Kapazität weiter verschärfen und sich indirekt auch auf Datenträger mit geringerer Kapazität auswirken. 

 

Distributoren kämpfen um die Zuteilung von GPUs für Rechenzentren 

Unternehmen, die sich auf KI-Training spezialisiert haben, bestimmen weiterhin die größten Entwicklungen bei der Nachfrage nach GPUs. Händler berichten von einer eingeschränkten Verfügbarkeit von GPU-Modellen für Rechenzentren, insbesondere für die beliebte GeForce RTX 40-Serie. Die Lieferzeiten werden aufgrund von Engpässen bei den GPU-Chipsätzen länger, und Nvidia hat kürzlich eine Preiserhöhung von 10 % angekündigt. 

Darüber hinaus tragen auch die Kryptowährungen zu einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach GPUs bei. Die Bestellungen für die RTX 30-Serie haben sich vervielfacht. Die Verfügbarkeit dieser Serie sowie der RTX 40 könnte sich weiter verschieben, wenn die GeForce RTX 50 Serie in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 verfügbar wird. 

 

 

Central Processing Units (CPUs) 

Unerwartet hohe Nachfrage und Rohstoffengpässe beeinträchtigen die Versorgung mit Intel PC-Serien 

Der erste Monat des 2. Quartals war für den PC-Markt relativ ruhig. Die Nachfrage für PC-CPUs von AMD beschränkte sich auf die high-end Ryzen 9 7950X, Ryzen Threadripper PRO 5995WX und Ryzen 9 5950x.  

Aufgrund eines unerwarteten Nachfrageanstiegs kam es jedoch bei bestimmten Produkten zu Lieferengpässen. Diese Entwicklung betraf Intels neueste, auf KI fokussierte Meteor Lake Mobile CPU H-Serie, und zwar die Ultra 7 155H und 165H SKUs.  

Zusätzlich zu dieser unvorhergesehenen Entwicklung war es schwierig, die für die Intel Meteor Lake-Serie verwendeten Rohstoffe zu beschaffen, was zu einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage führte. Bestimmte Tier 1 Original Equipment Manufacturers (OEMs) müssen mit Lieferzeiten von bis zu acht Wochen rechnen. Weitere Kunden erwarten in den kommenden Wochen die gleichen Herausforderungen. 

 

Kunden suchen nach günstigeren Preisen bei 12th Gen Alder Lake und 13th Gen Raptor Lake. 

Es gab vermehrte Anfragen nach Einsparungen bei Intel Desktop-CPUs, vor allem bei der 12th Gen Alder Lake und der 13th Gen Raptor Lake. Diese Entwicklung zeichnete sich ab, nachdem die im April genehmigten Preise weniger günstig waren als erwartet. Die Kosten für die Desktop-CPUs von Intel liegen auf globaler Ebene in der gleichen Größenordnung, was es schwieriger macht, Preiseinsparungen zu erzielen, da die Preisunterschiede zwischen den Händlern und den OEMs gering oder gar nicht vorhanden sind. 

Die Nachfrage nach AMD Mobile CPUs war beständiger, da die Kunden CPUs von Händlern und direkt vom Hersteller abnahmen. 

 

Nachfrage auf dem Servermarkt konzentriert sich auf Kunden-Upgrades und Umstellungen 

Die Nachfragen nach Server-CPUS auf dem freien Markt nimmt leicht zu und konzentriert sich auf Intels Ice Lake und Sapphire Rapids sowie auf die AMDs Genoa-Serie. Die Nachfrage und die Preise für Intels Cascade Lake sinken, da die Anbieter aufgrund des Drucks auf die Lagerbestände bestrebt sind, Teile zu verkaufen. 

Marktberichten zufolge drängt Intel die OEMs zum Umstieg auf die 5th Gen Emerald Rapids, indem das Unternehmen keine Sonderpreise mehr für die 3rd Gen Ice Lake und bestimmte 4th Gen Sapphire Rapids gewährt. Zwar sind nicht alle Tier 1-Kunden davon betroffen, aber einige Hersteller von Midrange-Servern haben die Hauptlast zu tragen, was zu einer Nachfragewelle durch Kunden führte, die auf der Suche nach günstigeren Preise waren. Die aktuellen Nachfragetrends konzentrieren sich auf die Modelle Gold 63XX, 64XX und Platinum 83XX 84XX. 

Bei AMD war die Nachfrage nach den Rome und Milan Serien bisher konstant, aber sie geht jetzt zurück, da die Kunden auf die Genoa-Serie umsteigen. 

 

 

Integrated Circuits (ICs)  

NXP stellt ein neues Produktportfolio speziell für den chinesischen Markt zusammen 

Im 4. Quartal 2023 stellte NXP ein Produktportfolio mit der Bezeichnung C-Line vor, das explizit auf den chinesischen Markt zugeschnitten ist und sich auf die Bereitstellung hochwertiger Lösungen konzentriert. Der Hersteller führte dieses Programm zunächst für OEMs ein, um die Lokalisierungsstrategie des Unternehmens voranzutreiben und die Belastbarkeit der Lieferkette zu verbessern. 

Die C-line Produkte werden OSCCA-kompatible Sicherheitsfunktionen haben, die speziell für den chinesischen Markt angepasst wurden. So hofft NXP, die C-line Produkte in die Zulassungsliste der chinesischen Regierung und des MIIT aufnehmen zu können. 

Zu den ersten Markteinführungen gehören die KEA (S9KEA), MagniV (S12Z) und S32K3 (FS32) MCU-Produktfamilien. Der C9KEA kam im März 2024 auf den Markt und der C912Z wird in diesem Quartal verfügbar sein. Die erste Charge der FS32-Serie wird im dritten Quartal erhältlich sein. 

Die C-line-Seite auf der Website von NXP ist ausschließlich für Besucher mit einer chinesischen IP-Adresse zugänglich. Der Hersteller hat erklärt, dass sich die Umstellung von der S-line auf die C-line Serie auf eine Änderung der Teilenummern beschränkt, insbesondere auf die Änderung des Buchstabens "S" in "C". Diese Änderung hat Auswirkungen auf Produkte, die mit bestimmten Standorten verbunden sind, und kann den globalen und überregionalen Handel beeinträchtigen. Die Verfügbarkeit der generischen Version der S-Serie kann auf dem Markt eingeschränkt sein. 

 

Xilinx gibt wichtige Produktänderungen bekannt 

Xilinx hat die Einstellung der Serien XC9500XL, CoolRunner XPLA 3, CoolRunner II, Spartan II und Spartan 3, 3A, 3AN, 3E, 3ADSP Commercial/ Industrial "XC" und Automotive "XA" bekannt gegeben. Der Grund für diese Entscheidung sind sinkende Stückzahlen und Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Lieferanten. Für die entsprechenden Produkte gibt es keine direkten Ersatzoptionen. Die wichtigsten Daten und Bestellinformationen sind wie folgt: 

  • Last Time Buy Date (LTB): Die letzten Bestellungen werden bis zum 29. Juni 2024 angenommen. Die Verfügbarkeit hängt von der Materialverfügbarkeit ab. 
  • Non-Cancellable, Non-Returnable (NCNR): Die NCNR-Bedingungen gelten für alle offenen Bestellungen nach dem 30. April 2024. 
  • Last Time Ship Date (LTS): Die letzten Lieferungen müssen am oder vor dem 28. Dezember 2024 erfolgen. 
  • Return Materia Authorizations (RMA): Der 27. Juni 2025 ist der letzte Termin für Anträge auf Ersatzgeräte aufgrund von Qualitätsproblemen.  
 
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